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Life isn't about finding yourself. Life is about creating yourself.

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.:Glaswelt:.

Die Müdigkeit steht mir ins Gesicht geschrieben und ich bin nicht unglücklich darüber, dieses im Gegensatz zu meinen Mitmenschen nicht andauernd sehen zu müssen. Meine Augen brüllen nach Schlaf und mir fällt ein, dass ich meine Tablette noch nicht geschluckt habe; ohne diese ist an Schlaf ohnehin nicht zu denken. Psychopharmaka. Und da sitze ich nun, mitten in der Nacht. Vor mir der Bildschirm, unter meinen Fingern die Tastatur und neben mir die dritte eineinhalbliter Flasche Cola light [die wahrscheinlich zusammen mit ihren Vorgängerinnen eine erhebliche Mitschuld an meiner Schlaflosigkeit trägt]. Fast leer. Genau wie ich. Sehnsüchtig warte ich auf das allnächtliche Hungergefühl, das mir meine Leere auch physisch bestätigt. Fehlanzeige. Heute nicht, zu viel gefressen. Wie ein Tier. Paradox - für einen normalsterblichen Menschen hätte meine heutige Nahrungsmenge nicht einmal einen halben Tag lang gereicht. Doch meine Welt hat ihre eigenen Gesetze. Ein bekanntes Phänomen, das gestörte Hunger- und Sättigungsgefühl bei essgestörten Patienten. Nur ist dieses Wissen reichlich unnütz, wenn der Kopf einem unaufhörlich ins Ohr schreit, dass man zu viel is[s]t. Zu viel. Zu viel. Zu viel. Zu viel. Und es muss weniger werden. Auch wenn das Spiel mit dem Leben im Tod enden könnte. Keine schwere Entscheidung, jedenfalls nicht zur Zeit. Im Zweifel für den Angeklagten. Ich sehne mich nach dem Hunger, diesem ganz besonderen Hunger, den nur ein stark untergewichtiger Körper mich spüren lassen kann. Und meine Essstörung wird freigesprochen. Aus Mangel an Beweisen? Nein, doch ihr Verteidiger hat einfach die besseren Arguemente, lässt den Staatsanwalt namens Vernunft alt aussehen. Ich verschwinde. Mitten ins Nichts. Mitten in meine Welt aus Glas.

15.10.07 03:02


.:Verlorene Hoffnung:.

Wer immer auch gesagt hat, die Hoffnung sterbe zuletzt, hat definitiv gelogen; ich bin noch da, und vollkommen hoffnungslos. Wozu? Wohin? Warum? Ich kann nicht mehr denken, meine Augen füllen sich mit unsichtbaren Tränen, die jedes Licht im Keim ersticken lassen. Und ich sitze hier, vor mir ein Becher mit einhundertfünfzig Gramm Naturjogurt, den ich langsam auslöffle - sehr langsam. Gestörtes Essverhalten. Ja, doch ich bin zu müde, um dagegen anzukämpfen. Zu kraftlos obendrein. Kurz: ich brauche Hilfe. Doch weshalb derart hoffnungslos? Es fällt mir nicht leicht, überhaupt um Hilfe zu bitten, ich bin nicht gut darin, für mich selbst zu sorgen. Und dann, ich habe mich tatsächlich dazu durchdringen können, im Universitätsspital anzurufen und mich erneut für die stationäre Psychotherapie anzumelden [kurze Information als Veständigungshilfe: ich bin vor neun Tagen auf eigenen Wunsch ausgetreten [nach nur einer Woche]], sagt mir die nette Ärztin mit einem entschuldigendem Unterton in der Stimme, dass erst Mitte Januar ein Platz frei werden wird. Ein Viertel Jahr. Drei Monate. Zwölf Wochen. Vierundachzig Tage Angst. Zweitausendundsechzehn quälend lange Stunden. Hoffnung? Wo denn? Ich weiss nicht einmal, ob ich das Eintrittsdatum noch erleben werde. Sterbend alleingelassen. Warten. Auf den Tod oder neue Hoffnung. Aber auf jeden Fall warten. Ich kann nicht mehr.

16.10.07 00:31


.:Gestörte Welt:.

Für einmal nicht mitten in der Nacht starre ich auf den Bildschirm, lese seine Worte und lasse mich fallen, immer tiefer hinein ins Chaos meiner Gedanken. Die Welt erscheint verschwommen vor meinen Augen, ich suche nach Sicherheit und finde sie in einem Glas Cola light, einer Tasse Forest Fruit Tea und einhundertzehn Gramm Apfel. Mein Frühstück, wie immer. Erst die Cola light. Drei Minuten warten. Dann der Tee. Acht Minuten warten. Dann der Apfel. Langsam, jedes der vierzig Stückchen drei Mal kauen. Den Geschmack geniessen. Süss, verführerisch. Ein seltsames Ritual. Und ich verfüge über ein riesiges Repertoire an solchen. Warum der Aufwand? Gewohnheit, zwanghafte Gewohnheit. Aber egal wie zwahnghaft mein gestörtes Essverhalten auch sein mag - ich kann mir so wunderbar einreden, die Kontrolle zu haben, finde etwas Vertrautes in meiner gestörten Welt. Denn die Welt da draussen ist zu viel für mich, zu komplex, um sie fassen zu können.

16.10.07 12:08


.:Ungelebt:.

Leere in mir. Ich fühle nichts, und meine Gedanken rasen wie Elektronen um den Atomkern in meinem Kopf herum. Aussichtslos, einen von ihnen fassen zu wollen. Die innere Müdigkeit erdrückt mich, ich bin kraftlos und schwach, obwohl [oder gerade weil] ich den ganzen Tag über nichts getan habe. Wie so oft. Ungelebte Stunden. Und morgen? Wozu aufstehen? Wozu essen? Wozu atmen und wozu überhaupt noch leben? Ich ertrage diese Wartezeit nicht mehr länger, wünsche mir nichts mehr, als so bald wie möglich in die Klinik zurückkehren zu können. Seltsam wenn man bedenkt, dass ich, als ich dort war, nur den einen Wunsch verspürte, so schnell wie möglich zu verschwinden. Und nun? Nun verschwinde ich wirklich, langsam und qualvoll aus der Welt. Ich werde weniger, jeder ungelebte Tag raubt mir ein weiteres Stück meiner blutenden Seele. Und ich will es nicht mehr. Sterben. Was ist es, das mich davon noch abhält? Ich verstehe es nicht, kann auch nach intensiver Suche [dafür habe ich genug Zeit - leider] keinen Grund finden, warum ich nicht endgültig 'gehen' sollte. Vielleicht, weil es Menschen gibt, die mich wirklich lieben, brauchen, schätzen. Ein schönes Gefühl. Jedoch nur unter der Voraussetzung, dass man überhaupt in der Lage ist, zu fühlen. Fehlanzeige. Ich bin innerlich schon so lange tot. Und äusserlich... eine Frage der Zeit.

16.10.07 23:32


.:Sehnsucht:.

Nacht, eine weitere, einsame Nacht. Die Welt schläft, sammelt Kraft für morgen. Und ich? Ich werde auch die morgigen vierundzwanzig Stunden mit nichtstun vergeuden und innerlich einen weiteren Schritt in Richtung Tod gehen. Sehnsucht. Nach dem Leben. Irgendeinem, aber immerhin ein Leben. Und nach Wärme. Nach Ruhe. Nach Sicherheit. Nach Aufbruch, Neuanfang. Und nach Liebe. Nach einem Menschen, der mich versteht [unmöglich, wo ich mich doch selbst nicht verstehe]. Nach einem Menschen, der mich zu berühren vermag, wo andere [ich eingeschlossen] nur Kälte sehen. Unnahbar bin ich, und ich schreie um Hilfe. Dieses Leben, es ist keines mehr. Unwichtig, ob es je eines war. Ich sitze hier, Nacht für Nacht, und schreibe, während sich ungeweinte Tränen einen Weg über meine blassen Wangen suchen. Sehnsucht - nach einem Menschen, der sie zu trocknen vermag. Er ist so unendlich weit weg. Genau wie ich und doch vollkommen anders. Faszinierend, und ich träume von einer Begegnung. 'An einem kalten Herbsttag, der seine Schönheit nicht leugnen kann', hat er geschrieben. Welch wundervolle Worte. Er fehlt mir; und obwohl ich ihn nicht kenne, ist er mir näher als irgendjemand zuvor es war. Vermissen. Und Sehnsucht. Unendlich, brennende Sehnsucht in einem leeren Herzen. Wahrscheinlich wäre ich ohnehin nicht in der Lage, reale Nähe zuzulassen. Und wenn doch? Ich weiss es nicht. Versuche verzweifelt, die Sehnsucht in mir verhungern zu lassen. So wie den Körper, zu dem ich längst jeden Bezug verloren habe. Sehnsucht. Nach einem Menschen, der mich sieht, wie ich mich nicht sehen kann - als Ganzes, als eine Einheit von Körper, Seele und Geist. Der mir das Gefühl gibt, zu sein.
Miteinander sprechen, irgendwo, irgendwann.

Und Vertrauen.
Bis bald. Versprochen.

18.10.07 00:21


.:Traumwelt:.

Draussen hat sich der Nebel wie eine sanfte Decke über die Welt gelegt und gewährt der Sonne nur sporadischen Eintritt auf unseren Planeten. Und ich sitze am Schreibtisch, trinke eine Tasse Tee nach der anderen und weiss, dass ich endlich etwas essen sollte - eine einzige Kiwi reicht einfach nicht, auch dann nicht, wenn man den ganzen Tag lang nichts tut. Dennoch bevorzuge ich den Tee [in den verschiedensten Geschmacksrichtungen; 'Fantastic Cherry', 'Apple & Cinnamon', 'Forest Fruit' und 'Peach & Vanilla']. Mein Magen gibt Ruhe, geblendet von der Fülle des warmen Getränks. Ich kann ohne Nahrung auskommen. Lüge. Traumwelt. Ich sollte essen, ich weiss, dass ich essen muss - und ich tue es nicht. Noch nicht. Die Mahlzeit hinauszögern, so lange es geht. Es geht schon lange nicht mehr. Ich lebe nicht mehr, existiere in meiner Traumwelt vor mich hin und warte einfach ab, was als Nächstes geschehen wird. Sterben? Leben? Hilfe? Not? Unwichtig. Irgendetwas wird geschehen. Irgendwann.

18.10.07 14:55


.:Zu viel:.

Ich schaue mich um in der Welt, halb verwirrt, ein Viertel enttäuscht und ein Viertel erstaunt. Ich schaue aus dem Fenster, halb erfreut und halb deprimiert. Ich schaue in den Spiegel und sehe zu viel. Ich. Mein Intellekt sagt mir, dass ich zu wenig bin, die Zahl auf der Waage bestätigt es. Doch meine Selbstwahrnehmung ist derart verzerrt, dass ich nicht mehr anders kann, als auf mein Gefühl zu hören - 'Zu viel! Zu viel! Zu viel! Zu viel! Du bist zu viel - unternimm etwas dagegen. Du kennst die Regeln!'. Die kranke Stimme in mir schreit, sie schreit und schreit, in den verschiedensten Tonlagen, um sicherzugehen, dass ich sie auf keinen Fall überhören kann. Sie belügt mich, ich weiss und lasse es zu. Warum? Ich bin zu müde, um mich zu wehren. Zu schwach, um gegen sie zu kämpfen. Zu resigniert, um ihre Schreie ungehört im Raum stehen zu lassen. Zu viel. Zu viel. Zu viel. Alles ist zu viel. Ich bin zu viel. Zu viel Angst, zu viele Tränen. Zu viel Körper. Ich. Einfach zu viel. Und sie flüstert mir ins Ohr 'Du kennst die Regeln...'. Verlockend. Zu verlockend, als dass ich widerstehen könnte.

20.10.07 18:44


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