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.:Gedankenflucht:.

Müde, erschöpft, kraftlos. Allein beim Gedanken daran, dass ich in vier Stunden wieder aufstehen muss, bekomme ich es mit der Angst zu tun. Mein Pferd interessiert das nicht. Ich habe kaum gegessen und noch weniger geschlafen, bin vollkommen am Ende und falle noch weiter. Gesundheit ist ein Fremdwort, und ich habe aufgehört, nach der Bedeutung zu suchen. Erinnerungen sind in diesen Tagen, da Weihnachten unaufhaltsam naht [all die Läden sind bereits seit Wochen voll mit Dekoration und Keksen], wieder besonders schmerzhaft. Und ich flüchte. Einerseits tiefer in die Krankheit, deren kleine Welt so beruhigend überschaubar ist. Und andererseits ins Schreiben [die definitiv gesündere Variante]. Worte fliessen, ohne jede Anstrengung. Ich schreibe mich aus der Welt. Die Verletzung am Finger blutet, wenn meine Hände ungeachtet der Schmerzen über die Tasten schwirren. Fast schon als angenehm empfinde ich das leise Stechen des tiefen Schnittes. Wen interessiert das schon? In der Welt, in der ich mich zur Zeit befinde, existieren keine Schmerzen. Gedankenflucht.

1.11.07 01:18


.:Ohne Erklärung:.

If you asked me why, I'd answer.
If you wanted to know a reason, I'd tell you.
If you were confused, I'd try to explain.
If you told me I'm too faint, I'd only smile.
And if you asked me why...
...because I can.

2.11.07 02:21


.:Gefühlsverluste:.

Schrei mich an, schlag mich, beiss mich - tu irgendwas, um mir glaubhaft zu versichern, dass ich noch da bin. Ein Blick in den Spiegel, und ich erkenne verschwommen ein fremdes Gesicht. Was ich sehe, gehört nicht zu mir - in der Tat gehört eigentlich gar nichts mehr zu mir; ich weiss ganz einfach nicht, wer oder was ich bin. Reichlich behindernd für die Identitätsschaffung, aber nicht weiter tragisch. Den Bezug zu mir habe ich verloren, die lebenserhaltende Selbstwahrnehmung, die die meisten Menschen ihr Eigen nennen, schwirrt irgendwo verloren durchs All. Ich dusche mit viel zu heissem Wasser und erkenne nur an meiner roten Haut, dass die Temperatur wohl nicht angemessen war. Ich verbrenne meine Zunge am Tee, weil ich ihn problemlos kochend trinken kann. Und ich friere, wenn andere Menschen im dünnen Pullover durch die Strassen schlendern. Was fast noch beängstigender ist, ist allerdings die Feststellung, die ich vor einigen Minuten machen musste: mir rutscht das Messer aus der Hand, und erst, als ich das Blut auf dem Teller als mein eigenes identifiziere, fällt mir auf, dass eine klaffende Wunde meinen Finger ziert - ich spüre nichts. Ist es möglich, dass auch die physischen Gefühle irgendwann einfach verschwinden? Eine interessante Frage. Sie wäre furchteinflössend, wahrscheinlich für die meisten Menschen panikauslösend und alarmierend - doch mir sagt keine innere Stimme, dass etwas nicht stimmt. Weil ganz einfach nichts mehr da ist. Und es fasziniert mich. Auf gefährliche Art und Weise. Ich. Gefühllos. Einfach weg.

4.11.07 14:55


.:Lebensangst:.

Müdigkeit ist trotz der Psychopharmaka eine Fehlanzeige. Unwichtig für den Moment. In meinem Kopf dreht sich alles. Gedanken schreien sich gegenseitig an und verfluchen insgeheim doch ihre eigene Existenz. Ich kann es ihnen nicht verübeln, sondern vielmehr auf traurige Weise nachfühlen. Nacht für Nacht liege ich wach und wünsche mir - was eigentlich? Ich weiss es nicht. Leben? Sterben? Und während ich hier sitze und mich wundere, dass ich noch nicht vor dem Bildschirm festgewachsen bin, frage ich mich, warum denn gleich derart extrem? Peng. Ohne Vorwarnung spreche ich mir selbst gegenüber ein neues altes Problem an - Extremes, Besonderes. Ich habe mitgespielt, als die Welt aufgrund meiner Fähigkeiten [von denen ich zweifellos weiss] stets etwas Besonderes von mir erwartet hat - und es wurde so sehr mein eigenes Spiel, dass ich einer tiefen Lebensangst verfallen bin, so tief, dass ich nur verlieren kann. Mittelmass wurde mit negativen Erfahrungen befleckt, und ich bin ausserstande, etwas daran zu ändern. Nur das Mittelmass erreichen, durchschnittlich - verboten. Warum? Warum? Warum? Ich verstehe es bis heute nicht, und je länger ich darüber nachdenken, desto mehr will ich ausbrechen. Ich bin es so leid, besonderes erreichen zu müssen, etwas Besonderes sein zu müssen. Besonders begabt. Besonders intelligent. Besonders erfolgreich. Besonders schön. Besonders dünn. Und dann? Es ist zu viel, die Angst davor, den Anforderungen nicht zu genügen, die die Welt und ich an mich stellen. Lebensangst. Besonders abgemagert. Und irgendwann besonders tot. Sehnsucht - nach dem besonderen Mittelmass? Einfach genügen. Einfach leben. Ohne Lebensangst.

8.11.07 01:00


.:Schweben:.

Das endlose Nichts um mich herum verdichtet sich mit jedem Atemzug, und ich verliere mehr und mehr den Bezug zur Welt. Jeder Tag gleicht dem vorherigen wie der zweite Ausdruck eines unleserlichen Dokumentes. Worte prallen an meiner undurchdringlichen Schutzmauer ungehört ab - so, als würden sie nicht existieren. Gefühle sind kläglich verhungert und Träume haben sich durch Suizid aus dem Leben gestohlen. Wozu noch aufstehen, wenn der nächste Fall nur eine Frage der Zeit ist? Ich liege auf dem Boden und werde unaufhaltsam nach unten gezogen, immer weiter in die Kälte der Unendlichkeit. Gedanken schreien mich an, und ich ignoriere sie. Unwichtig, obwohl sie in meinem eigenen, müden Kopf entstanden sind. Was spielt das noch für eine Rolle? Alles ist so weit weg, und am allermeisten ich selbst. Müde, kraftlos. Und was am traurigsten ist - hoffnungslos. Warten. Ich kann nicht mehr. Flucht. Weg von hier, raus aus der unerträglichen Realität. Schweben.

12.11.07 17:41


.:Seelentod:.

Die vierte Kanne Tee ist leer, und ich friere noch immer. Ohne Aussicht auf Besserung trinke ich die nächste Tasse aus, den Blick immer noch auf den Bildschirm gerichtet. Schreiben, immer weiter schreiben. Nur, um nicht vollends den Verstand zu verlieren. Es ist die einzige Möglichkeit, mich am Leben festzuklammern, obwohl ich eigentlich längst tot bin. Lebendig tot, wobei man 'lebendig' getrost durch 'existent' ersetzen könnte. Ich lebe nicht mehr. Würde ich an einen Gott glauben, sässe ich wahrscheinlich tagtäglich in der Kirche und würde beten, beten, dass er mich erhört und mir hilft. Irgendwie, damit alles oder zumindest irgendwas besser wird. Pech - ich bin zu kritisch, um religiös zu sein. Und so sitze ich hier, Nacht für Nacht, und schreibe, schreibe mich aus der Welt, um in der Welt zu bleiben. Paradox, und für eine Identitätsfindung zu absurd. Aber nicht vollkommen unnütz für die Selbsterhaltung. Damals, im Unispital, ging es mir genauso. Noch zwei Monate. Und alles wird anders sein, wenn ich in die unverändert dunkle Welt zurückkehren werde. Aber das ist eine andere Geschichte. Angst? Nein, dazu bin ich zu resigniert. Gescheitert am Leben, und ich zwinge mich durch die trübe Existenz. Irgendwie da und doch weit weg. Seelentod.

14.11.07 00:46


.:Tränen:.

Es ist inzwischen schon zur Gewohnheit geworden, dass ich die Nächte anstatt im Bett vor dem Bildschrim verbringe. Warum sollte ich auch schlafen, wo es für mich doch nichts gibt, wofür ich ausgeschlafen sein muss? Jeder Tag leicht dem anderen, und ich finde nicht einmal mehr die Kraft, mir eine Beschäftigung zu wünschen. Alles ist egal, unwichtig. Obwohl, nicht ganz - mein Pferd. Seine vertrauten Augen, deren Anblick mich für kurze Zeit wieder hoffen lässt - hoffen auf morgen. Sein weiches Fell, bei dessen Berührung ich für einige Momente mich selbst spüre - spüre, dass ich noch einen Körper habe. Seine Wärme, die mir manchmal einfach Tränen in die Augen treibt. Tränen, weil ich so glücklich bin, ihn als Freund zu wissen. Tränen, weil ich ihn für seine Kraft bewundere. Tränen, weil er mich sieht - mich sieht. Tränen, weil ich ihm grenzenlos vertraue. Tränen, weil er mir genauso vertraut. Tränen, weil ich es nie für möglich gehalten hätte, jemals eine derart starke Bindung zu einem anderen Lebewesen eingehen zu können. Tränen, weil da etwas in mir ist, das mich beim Anblick meines wundervollen Pferdes spüren lässt, dass nicht alle Gefühle in mir verhungert sind. Und Tränen, weil ich weiss, dass meine Seele niemals verhungern wird, solange ein Platz in meinem blutenden Herzen meinem Pferd gehört. Tränen. Tränen für ein Danke. Tränen für die Freundschaft. Tränen für ihn. Tränen fürs Leben. Tränen für neue Hoffnung. Tränen für den Kampf. Tränen. Grazie mio Carino.

15.11.07 00:56


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