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.:Wie immer:.

Der Titel sagt es schon - alles ist wie immer. Und doch viel trauriger und dunkler als sonst. Und leer, so unglaublich leer. In einer Woche ist das Thearpieprogramm in der Tagesklinik offiziell abgeschlossen. Ich habe noch zwei Gruppengespräche vor mir, auf die ich so gar keine Lust habe. Die Einzeltherapie hat sich ohnehin erledigt, weil ich keine Therapeutin mehr habe. Schade? Was weiss ich. Es ist eben so, auch wenn ich sie zum Schluss wirklich mochte. Nun ja, wie dem auch sei. In etwas mehr als einer Woche habe ich dann endlich wieder einen Termin bei meiner Psychiaterin. So krank es klingen muss, aber ich freue mich darauf. So viel also zur Therapie. Vielleicht interessiert es jemanden, ob mir die Intensivbehandlung etwas gebracht hat [ich werde es auch erzählen, wenn dies nicht der Fall ist]. Nun, nicht wirklich. Ich hatte vor zwei Wochen ein paar Tage mit nur einem Essanfall, aber das ist wieder vorbei, seit ich mich so enorm mit meiner Mutter gestritten habe, dass wir praktisch gar nicht mehr miteinander sprechen. Der Grund war eigentlich der, dass sie mir ständig erzählt, wie knapp das Geld doch ist, wie gross ihre Zukunftsangst mittlerweile ist, dass sie Schulden hat wegen meiner Fresserei - und sie hat mir tatsächlich unterstellt, ich würde Lebensmittel stehlen, und zwar nicht aus unserem Kühlschrank, sondern aus dem Geschäft. Ladendiebstahl für die Fressattacken. So weit ist es also gekommen - meine eigene Mutter denkt von mir, ich würde eine Straftat begehen, um meine Sucht zu stillen. Ist das nicht toll? Da fühlt man sich so richti geliebt und verstanden [hier sei angemerkt, dass ich noch nie irgendwas gestohlen habe, niemals, und das wird auch so bleiben]. Ich wäre so gerne wütend geworden, hätte ihr so gerne an den Kopf geworfen, dass sie wohl nicht mehr ganz dicht zu sein scheint und jetzt vollkommen durchdreht, aber ich konnte nicht. Ich konnte gar nichts dazu sagen. Herrlich, wie leicht es doch ist, den kleinsten Therapieerfolg in einer Minute zu zerstören. Ich hatte nämlich gerade damit angefangen, allmählich und sehr zaghaft vertrauen zu fassen, über meine Gefühle zu sprechen und vor allem, sie zuzulassen. Und dann sowas. Ein Knall, ein harter Schlag vor den Kopf, und ich bin ausgeschaltet, errichte in Sekundenschnelle wieder die altbekannte Mauer vor meinem Inneren, verstecke mich dahinter und lasse niemanden mehr an mich ran. Und vor allem nicht meine Mutter. Ich habe ihr nur noch gesagt, dass sie selbst Schuld sei an der finanziellen Situation [und indirekt auch an meiner Kotzerei], weil sie mir ja ständig wieder Geld gebe, damit ich einkaufen könne. Stimmt ja auch. Nur, dass sie mich dann beschuldigt hat, ich würde ja genau wissen, wie ich sie rumkriegen könne, sie also ausnutzen mit meiner 'perfiden Art'. Ja, und wenn schon? Sie ist es, die immer wieder nachgibt. Sie isr dermassen Co-abhängig, dass sie wahrscheinlich für mich zum Drogenhändler rennen würde, wenn ich heroinsüchtig wäre. Aber das reicht nun. Ich will nicht weiter darüber nachdenken, will nur noch schlafen [welch wunderbare Ironie - ich kann nicht schlafen, nach wie vor] und meine Ruhe haben. Wie schön, dass ich mit dieser Frau unter einem Dach leben muss. Und wo wir schon dabei sind: ich wünsche ihr einen wundervollen Muttertag. Den Teufel werd ich tun.
Ach ja, bevor ich es vergesse: mein Körper scheint so langsam doch nicht mehr alles mitzumachen. Ich hatte am Montag einen Arzttermin, wir haben die Blutwerte besprochen. Sie sind katastrophal schlecht, so mies wie noch nie. Alles zu tief, viel zu tief sogar. Blutdruck und Puls sowieso, aber die Werte sind so schlecht, dass die Ärztin jetzt ernsthaft darüber nachdenkt, mich für eine Weile ins Krankenhaus einzuweisen, damit sich 'mein Körper erholen' kann. Das wäre ja ganz toll - nur hat mein Kopf leider für solche Extraurlaube keine Zeit, weil ich unheimlich viele Prüfungen schreiben muss und die Schule unter keinen Umständen noch einmal unterbrechen oder sogar abbrechen kann und will [hier sei gesagt, dass ich keine Kommentare dazu hören/lesen will - es ist meine Entscheidung, und die Schule ist mir wichtiger, Punkt].
Nun reicht es aber, ich muss zumindest die Augen schliessen, weil ich kaum noch die Buchstaben auf dem Bildschirm sehen kann vor Müdigkeit. Wie herrlich wäre es doch, einfach einzuschlafen. Aber das ist eine andere Geschichte.

10.5.09 01:53


.:Was auch immer:.

Hinter mir liegt gerade eine Geographieprüfung über antropogene Klimaveränderung und Plattentektonik. Ich war nach etwas weniger als dreissig Minuten fertig - keine Ahnung, ob das ein gutes Zeichen ist. Aber vorerst ist mir das relativ egal; ich habe alles gewusst [und hoffe, dass mein Wissen auch das richtige war] und bin froh, dass das Lernen sich gelohnt hat. Und wenn wir schon beim Thema Schule sind: ich werde in etwa zwanzig Minuten meine Geschichtsprüfung von vor zwei Wochen zurückbekommen. Früher war ich immer schrecklich nervös vor solchen Ereignissen [komischerweise nie vor dem Schreiben der Prüfung, sondern nur vor dem Ergebnis], aber heute geht das alles an mir vorbei, vollkommen emotionslos. Ich kann mich nicht mehr freuen, wenn ich gut abgeschnitten habe, wahrscheinlich könnte ich in jedem Fach Klassenbeste sein und es würde mich unberührt lassen. Warum? Weil ich nicht denke, dass ich besondere Leistungen erbringe, weil ich davon überzeugt bin, überfall sehr gut sein zu müssen. Wer das von mir verlangt? Meine Eltern nicht, ich stehe und stand nie unter Leistungsdruck von zu Hause aus. Meine Mitschüler ebenfalls nicht, die sehen gute Leistungen eher als Anlass für Neid und Missgunst, zumal der geschätzte Durchschnittsintelligenzquotient irgendwo zwischen null und zwanzig zu liegen scheint [es werden natürlich nicht die Gehirne aller mit einem uralten Zweitaktmotor angebtrieben, aber die Denkbuchstabierer sind doch eindeutig in der Mehrzahl]. Nein, das liegt alles an mir selbst. Zum einen bin ich durch die Essstörung sowieso nicht mehr in der Lage, irgendwas zu fühlen, und ausserdem fehlt mir auch einfach die Fähigkeit, eigene Leistungen anzuerkennen - schliesslich müsste ich dann ja etwas Positives an mir selbst sehen. Unmöglich, absolut undenkbar. Ich und gut oder sogar sehr gut? Klar, und Vanilleeis schmeckt am besten mit Tomatensauce.
Und nun entschuldigt mich, ich muss noch die Ironie ausschalten, bevor die nächste Lektion beginnt.

13.5.09 10:15





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