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.:Kämpfen bis zum Ende:.

Seltsam, welch wundersame Wirkung eine einfach Frage haben kann. Vor fast einer Woche bin ich in der Schule zusammengebrochen. Ich habe am selben Tag trotzdem weitergemacht wie bisher - essen, erbrechen, essen, erbrechen. Und zwei Tage später hatte ich einen Termin bei meiner Therapeutin. Sie hat mich gefragt, was noch passieren müsse, bis ich endlich bereit wäre, die Krankheit loszulassen. Ich fand keine Antwort. Sie wollte wissen, warum ich solche Angst vor einem Leben ohne diese extreme Essstörung habe. Weil ich dann meine kleine, überschaubare Welt aufgäbe, weil ich dann in der Realität leben müsste [und ich überzeugt bin, das nicht zu können], weil ich dann völlig hilflos im Chaos des wahren Lebens stünde und keine Ahnung hätte, wie ich überhaupt genug Sauerstoff finden sollte, um atmen zu können. Meine ehrliche Antwort. Meine Therapeutin hat mich darauf gefragt, was ich denn jetzt noch hätte, abgesehen von der Essstörung. Ich konnte nicht antworten. Nicht, weil ich Angst hatte, zu sprechen [das ist - bei ihr zumindest - zum Glück vorbei], sondern weil es nichts gab, was ich hätte sagen können. Und dann liefen mir die Tränen übers Gesicht. Es ist mindestens drei Ewigkeiten her, seit ich zum letzten Mal Tränen in meinen Augen gespürt habe. Aber dieser eine Satz hat mich so sehr aufgewühlt, so sehr zum Nachdenken angeregt wie selten etwas zuvor. Es ist wahr; ich habe nichts mehr ausser der Essstörung. Natürlich ist sind da noch mein Pferd, meine Familie, die Schule, mein Hund, aber das ist etwas anderes. Ich habe kein Leben mehr. Ich lache nicht mehr, will keine Menschen mehr sehen, kann nicht mehr schlafen, fühle mich ständig schwach und völlig am Ende. Aber ich bin essgestört. Toll. Ich sollte glücklich sein - jetzt habe ich das, was ich immer schon wollte [und am allermeisten, als ich es schon verloren hatte]; ich bin wieder dünn. Sehr dünn. Noch nicht lebensgefährlich, und auch nicht so sehr wie damals, als ich in die Klinik musste. Aber wenn ich so weitermache wie bisher, bin ich auf dem besten Weg dorthin [genau dorthin, wo ich niemals wieder hin wollte]. 
Als ich mich also endlich beruhigt hatte, sagte meine Therapeutin noch etwas, was mich endgültig emotional geweckt hat: wenn ich unter einen BMI von fünfzehnkommafünf falle, wird sie die Therapie mit mir nicht mehr fortsetzen können. Nicht, weil sie es nicht wollte, sondern weil es absolut verantwortungslos wäre, mich mit einem so tiefen Gewicht noch ambulant zu behandeln. Ich weiss, dass sie recht hat. Und ich weiss auch, dass sie es ernst meint [auch wenn sie sagte, dass sie sehr gern mit mir zusammenarbeitet und es sehr bedauern würde, wenn es so weit käme]. Dann haben wir besprochen, wie es nun weitergehen soll. Sie glaubt an mich, glaubt daran,  dass ich es schaffen kann, wieder zu essen [und nicht zu kotzen]. Ich sei stark und sehr intelligent, hat sie gesagt. Ja, vielleicht. Aber vor allem will ich wieder ein halbwegs lebenswertes Leben haben. Ich weiss, dass ich die Essstörung niemals ganz loswerden kann, aber ich will nicht mehr, dass sie mich so stark beeinflusst und jeden Tag aufs Genaueste bestimmt. Ich werde kämpfen. Langsam, erstmal das Gewicht halten. Und diese verdammte Aufbaunahrung trinken. Hochkalorisch. Ich könnte schon kotzen, wenn ich nur daran denke. Aber es geht nicht anders, denn mein Körper hat schon mit kleinsten Mengen an fester Nahrung zu kämpfen. Und meine Psyche erst recht. Kämpfen. Es geht nicht anders. Ich will meine Therapeutin nicht verlieren. Und ich will ihr bald antworten können, wenn sie fragt, was ausser der Essstörung ich denn noch habe.

19.1.09 21:16
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


nicki19 / Website (19.1.09 22:34)
die ist gut, diese therapeutin


nicki19 / Website (20.1.09 01:31)
danke . du brauchst dich nicht zu bedanken, es interessiert mich sehr was mit dir passiert. Manchmal glaube ich du bist die einzige die so denkt wie ich.
Und nein, mir geht es nicht besser, mir geht es so beschisssen zur Zeit. Aber mach dir keinen Kopf, ich werde schon wieder. Scheisse ich heul schon wieder. Nein mir geht es nicht gut.


nicki19 / Website (20.1.09 01:34)
Sry ich wollte dich nicht vollheulen.

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