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.:Semesterprüfungen und Napoleon:.

Seit heute ist es wieder so weit: ich schreibe Semsterprüfungen. Vor etwa eineinhalb Stunden habe ich die erste abgegeben [Englisch], die ich als sehr leicht empfunden habe. Aber Englisch war auch noch nie mein Problem. In ungefähr zweieinhalb Stunden schreibe ich dann die nächste, die Deutschprüfung. Auch diese wird mir wahrscheinlich keine Probleme bereiten. Aber ab morgen ist die lockere Zeit vorbei - Chemie, Geographie und Geschichte stehen auf dem Plan [wobei ich eigentlich nur vor der Chemieprüfung Angst habe], bevor ich dann am Donnerstag noch die letzten Prüfungen schreibe, Volkswirtschaft, Mathe und Italienisch. Und dann? Hoffen, dass ich bestanden habe natürlich. Ich habe gute Vornoten, um nicht zu sagen sehr gute, aber leider nicht in allen Fächern; die Chemie- und die Bioprüfung habe ich verpasst [weil der Körper nicht immer so mitspielt, wie der Kopf es gerne hätte, besonders dann nicht, wenn man an einer Essstörung leidet].  Unwichtig - ich habe keine andere Wahl, als zu bestehen. Einerseits, weil ich keine Lust habe, das zweite Semester ein drittes Mal zu besuchen, und andererseits auch, weil mein überdurchschnittlich ausgeprägter Leistungsdrang es nicht zulassen würde, dass ich durchfalle. Es sei denn, mir kommt 'etwas' dazwischen, meine Essstörung nämlich, die mich mittlerweile so sehr geschwächt hat, dass ich heute Morgen einen fast zwanzigminütigen Kampf mit meinem Kreislauf führen musste, bis ich endlich aufstehen konnte, ohne gleich wieder unfreiwillig auf dem Bett sitzen zu müssen.
Und damit wären wir auch schon beim nächsten Thema: Klinik. Ich weiss, ich  habe mir und allen anderen geschworen, nie wieder in eine Klinik zu gehen. Aber nun stehe ich in Konflikt. Ich habe nämlich meinem Pferd geschworen, ihn niemals, egal was geschehen wird, im Stich zu lassen [und ich habe mir selbst auch geschworen, die Schule mit dem bestmöglichen Abschluss zu beenden]. Und wenn ich noch länger so weitermache wie bisher [hungern, essen, kotzen, essen, kotzen, essen, kotzen, hungern und so weiter], kann ich die letzten beiden Punkte definitiv vergessen. Das ist allerdings nicht mal die ausschlaggebende Motivation; ich will nämlich auch nicht mehr. Nicht, dass jetzt jemand denkt, ich wäre schon wieder suizidal [war das jemals weg?] - ich will nur so nicht mehr weiter existieren. Aber daheim habe ich keine Chance. Ich komme nicht von der Essstörung weg, sie ist stärker als ich, und jedes Mal, wenn ich gegen sie kämpfen will, reisst sie auf unglaublich überzeugende Art und Weise meine Gedanken an sich wie Napoleon die Macht in Frankreich. Und sie will mehr, immer mehr [auch hier passt der Vergleich mit Napoleon], wahrscheinlich so lange, bis sie mich komplett eingenommen hat. Vom Offizier zum Konsul, vom Konsul zum ersten Konsul, dann zum Konsul auf Lebzeit und schliesslich zum Kaiser, zum Alleinherrscher über ein ganzes Volk.
Tragische Prognose. Aber, und jetzt kommt einmal mehr ein grosser Aber, wir wissen auch, wie die Geschichte mit Napoleon Bonaparte endetet [jedenfalls sollte man das wissen]; Napoleon verlor seine Macht und wurde ins Exil verbannt. Gut, er kam zurück, aber was sind schon diese hundert Tage im Vergleich mit der ganzen französischen Geschichte? Und ich bin müde genug, um Parallelen zu suchen, Parallelen zu mir und meine Essstörung. Denn es ist an der Zeit, die Diktatur zu beenden, die Krankheit ins Exil zu schicken. Töten kann ich sie nicht, wahrscheinlich will ich es auch nicht [Napoleon wurde auch nicht umgebracht]. Aber sie muss ihre Macht einbussen, muss bekämpft werden, denn ich will wieder Demokratie im Kopf, Schluss mit der Monarchie. Und was taten die Franzosen, um dieses Ziel zu erreichen? Sie verbündeteten sich, schlossen sich zu tausenden zusammen und kämpften. Alleine hätte niemand eine Chance gehabt. Und so geht es auch mir. Ich brauche Hilfe. Eine Umgebung, in der ich die Chance habe, zu kämpfen. Russland war zu viel für die französische Armee, zu kalt, weil sie erfroren und doch zu warm, weil die Flüsse nicht vereist waren und somit keine Fluchtwege bestanden. Was tun? Standortwechsel. Die einzige Chance. Und ich werde sie nutzen, werde wieder in eine Klinik gehen. Etwas weiter weg von zu Hause, aber nicht aus der Welt. Momenstan stehen zwei Kliniken zur Auswahl, wobei ich einen klaren Favoriten habe. Sicher ist noch nichts, nur dass ich diesmal die Chance nutzen werde. Warum? Weil ich [noch - es käme sicher so weit, wenn ich nichts ändern würde] nicht in die Klinik muss, sondern will. Niemand zwang die Franzosen zur Revolution. Sie wollten die Veränderung. Auch wenn sie wahrscheinlich wussten, wie hart und steinig der Weg zum Ziel sein würde.

9.6.09 11:09
 


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